Vorsicht mit Vitaminpillen für Kinder!


Ob Bärchen oder Kapsel
Vorsicht mit Vitaminpillen für Kinder!
mauritius images / Engkritchaya sirawatmetha / Alamy / Alamy Stock Photos

Viele Eltern möchten ihren Kindern mit einer Extraportion Vitaminen etwas Gutes tun. Doch ob in Tablettenform oder als Gummibärchen: Vitaminpräparate schaden Kindern eher, als dass sie ihnen nützen.

Viele Präparate überdosiert

„Vitaminpillen und Nahrungsergänzungsmittel sind oft teuer, nutzlos oder sogar gesundheitlich bedenklich“, erklärt Ramona Pop, Chefin des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (vzbv). In einigen Fällen droht nämlich eine Überdosierung: Bei 23 von 33 untersuchten Produkten überschritten die Werte der Vitamin- und Mineralstoffe die Grenzwerte, die für Kinder zwischen vier und sieben Jahren empfohlen werden.

Das ist umso bedenklicher, weil viele der Produkte in ihrer Aufmachung eher Süßigkeiten als Nahrungsmitteln ähneln, moniert der vzbv . Sie sehen z.B. aus wie Gummibärchen, Kaubonbons oder Toffees und schmecken häufig fruchtig-süß. Auf diese Weise werden die Kleinen verführt, mehr davon zu konsumieren. Was vor allem bei den zu hoch dosierten Präparaten eine Überdosierung weiter begünstigt.

Bei fettlöslichen Vitaminen entscheidend

Eine Überdosierung ist vor allem bei den fettlöslichen Vitaminen riskant. Im Gegensatz zu wasserlöslichen Vitaminen werden z.B. Vitamin A, D, B3 und B6 bei hohen Blutkonzentrationen nicht einfach wieder über die Niere ausgeschieden. Sammelt sich Vitamin A im Körper an, schwächt es beispielsweise die Knochen. Zu viel Vitamin D erhöht den Kalziumspiegel im Blut, was zu Muskelschwäche, Kopfschmerzen, Nierenschäden und Herzrhythmusstörungen führen kann. Wer länger zuviel Vitamin B6 einnimmt, riskiert Nervenstörungen. Langfristig hoch dosiertes Vitamin B3 senkt den Blutdruck und schadet der Leber.

Gesunde Mischkost reicht

Durch Verzicht auf Vitaminpillen lassen sich diese Gefahren ganz leicht bannen. Denn in der Regel benötigen Kinder überhaupt keine Nahrungsergänzungsmittel, sagt Pop. Mit einer gesunden Mischkost erhalten sie alle Vitamine und Nährstoffe, die ihr Organismus braucht. Nahrungsergänzungsmittel sollten Kindern – wenn überhaupt - nur nach ärztlicher Verordnung verabreicht werden.

Der vzbv fordert für Nahrungsergänzungsmittel zudem Höchstwerte, die nach Altersgruppen differenziert sind. Bisher werden Vitaminpillen für Kinder weder auf Sicherheit noch auf Wirksamkeit untersucht – ein Zulassungsverfahren sei aber dringend geboten.

Quelle: Bundesverband der Verbraucherzentralen

News

Adipositas: Spürbare Folgen bei Kinderwunsch
Adipositas: Spürbare Folgen bei Kinderwunsch

Einfluss nicht unterschätzen

Die meisten Menschen wissen, dass starkes Übergewicht (Adipositas) nicht gesund ist. Weniger bekannt ist aber, dass Adipositas auch die Chancen auf ein Kind verringern und Schwangerschaften komplizierter machen kann.   mehr

Salz: Verzichten oder ersetzen?
Salz: Verzichten oder ersetzen?

Für Herz und Gefäße

Salzverzicht gehört zu den Basismaßnahmen bei der Behandlung von Bluthochdruck. In manchen Fällen reicht das nicht – dann ist der Salzersatz besser.   mehr

Kurz vorm Ziel am gefährlichsten
Kurz vorm Ziel am gefährlichsten

Herzgefahr beim Marathon

Langstreckenläufe muten dem Herz-Kreislauf-System einiges zu. In seltenen Fällen kann es sogar zu einem Herzstillstand kommen. Männer trifft es dabei bevorzugt – womöglich aufgrund typisch männlicher Persönlichkeitsmerkmale.   mehr

Migräne erhöht Glaukomrisiko

Junge rothaarige Frau bekommt den Augeninnendruck gemessen.

Augen kontrollieren lassen!

Menschen mit Migräne sollten regelmäßig ihre Augen kontrollieren lassen. Denn die Erkrankung macht nicht nur Kopfschmerzen, sie erhöht auch das Risiko für ein Glaukom, d.h. einen grünen Star.   mehr

Kortison in der Selbstmedikation
Person gibt Kortisonsalbe aus einer Tube auf den Finger.

Keine Angst vor Nebenwirkungen

Bei der Anwendung von Kortison fürchten viele Anwender*innen Nebenwirkungen. Ob die Sorge bei der Selbstmedikation berechtigt ist, erklärt die Apothekerkammer Niedersachsen.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Ratgeber Thema im März

Was tun, wenn das Kind fiebert?

Was tun, wenn das Kind fiebert?

Temperaturalarm im Kinderzimmer

Wie misst man die Temperatur am besten? Muss man Fieber senken? Und vor allem: Wann muss das Fieberk ... Zum Ratgeber
Eichhorn-Apotheke
Inhaberin Katja Lummert
Telefon 05147/10 61
E-Mail info@eichhorn-apotheke-uetze.de